Mein Ausbildungsalltag im Mai

Erfahre diesmal, wie Meinart einen Schwader wartet.

Der Mai ist für die Fachkräfte Agrarservice ein arbeitsreicher Monat. „ Wir waren die ganze letzte Zeit damit beschäftigt den ersten Schnitt einzufahren“ erzählt Meinart. Als ersten Schnitt bezeichnet man das erste Ernten der Grasbestände, um im Winter Futter für die Tiere zu haben. Da das Lohnunternehmen Gieschen die Aufträge zur Grasernte nun bereits abgeschlossen hat, muss Meinart unter anderem die Schwader warten.

Was ist die Aufgabe eines Schwaders?

Ein Schwader dient dazu, dass verteilte Gras zu einem Schwad zu legen, damit die Pick up des Feldhäckslers oder der Ballenpresse das angewelkte Gras aufnehmen kann. Das Lohnunternehmen Gieschen arbeitet dabei mit Kreiselschwadern.

Hier geht es zu einem Video, das einen Schwader in Aktion zeigt.

Arbeitsvorbereitungen:

Bevor Meinart mit seiner Arbeit beginnen kann, holt er den Schwader zur Werkstatt. Dafür muss er mit den Unterlenkern des Schleppers die Unterlenkerkugeln des Schwaders zielsicher treffen und sie anschließend fixieren. Danach kann er das Stützbein hochfahren und feststellen. Außerdem muss er noch die Hydraulikschläuche, die Gelenkwelle und die Elektrik für den Communicator des Schwaders anschließen.

An der Werkstatt angekommen, bringt er den Schwader in Arbeitsposition. - Sprich er klappt ihn mit Hilfe des Bedienelements auseinander und schaltet die Maschine dann aus. Zudem sucht sich Meinart alle benötigten Utensilien zur Wartung in der Werkstatt zusammen und sammelt sie auf einem rollbaren Wagen, den er neben den Schwader stellt.

 

 

Die Wartung:

Der Schwader, den Meinart wartet verfügt über 4 Kreisel mit je 11 Armen. Jeder Arm hält wiederum 4 Doppelzinken. Der Auszubildende beginnt seine Arbeit an einem Kreisel und arbeitet sich dann von Arm zu Arm. Erst dann geht er zum nächsten Kreisel über und kontrolliert dort die Arme.

Kontrolle des Arms:

Der Arm ist in eine Vorrichtung am Kreisel gesteckt. Die Steckverbindung wird wiederum mit Hilfe eines Bügels fixiert. Meinart muss nun sicherstellen, dass diese Verbindung auch hält. Warum diese Kontrolle so wichtig ist? „Sollte sich die Verbindung lösen, besteht die Gefahr, dass der Arm beim Rotieren abfällt. Durch die Beschleunigung kann der Arm dann zu einem tödlichen Wurfgeschoss werden.“ erklärt Meinart.

  • Meinarts erster Blick untersucht, ob der Arm verbogen ist. Außerdem prüft er, ob der fest integrierte Ring am Arm beschädigt ist, was wiederum zur Folge hätte, dass der Bügel nicht mehr richtig fassen könnte. In beiden Fällen tauscht er den kompletten Arm aus.
  • Außerdem kontrolliert der Auszubildende die Verbindung des Arms zum Kreisel. Sie darf nicht lose sein. Sofern die Verbindung etwas lose ist, muss er alle Zinken vom Arm abmontieren, um eine zusätzliche Scheibe auf den Arm schieben zu können. Damit soll gewährleistet werden, dass der Bügel wieder besser greifen kann. Sollte dies nicht den gewünschten Erfolg bringen, tauscht Meinert den Bügel aus.

Kontrolle der Zinken und Muffen:

„Bei den Zinken und den Muffen suche ich nach gebrochenen Teilen. Ist ein Zinken oder eine Muffe gebrochen, schraube ich die Mutter, die den Bolzen verankert los. Dann kann ich den Bolzen entfernen, der wiederum die Muffe an den Arm drückt und den Zinken auf dem Arm fixiert. Dann entferne ich die Muffe und ziehe den Zinken vom Arm. Das gebrochene Teil tausche ich aus. Letztendlich fädele ich den Zinken wieder auf den Arm, lege die Muffe an den Arm und fixiere den Bolzen mit Hilfe der Mutter. Dafür halte ich den Kopf des Bolzens mit einem Schraubenschlüssel fest und ziehe die Mutter mit dem Schrauber an.“ Erläutert Meinart sein Vorgehen.

Ersatzarm präparieren:

Genauso wie die Autos einen Ersatzreifen haben, sollte der Schwader beim nächsten Einsatz Ersatzarme mit sich führen. Falls ein Arm im Eifer des Gefechts kaputt gehen sollte, kann man dann schnell und ohne viel Aufwand den Ersatzarm montieren und weiter arbeiten. Das spart Zeit und Nerven. Da es zwei Varianten von Armen am Schwader gibt, die sich durch die Stellung der Zinken unterscheiden, sind hier auch mindestens zwei Ersatzarme nötig.

Die Ersatzarme präpariert Meinart neu. Dafür klemmt er einen neuen Arm in den Schraubstock der Werkbank und montiert die Zinken und Muffen, wie zuvor beschrieben, am Arm. Die fertigen Arme steckt er in eine Vorrichtung am Schwader.

Abschmieren der Maschine:

Damit die Maschine gut läuft werden alle Gelenke von Meinart mit Fett abgeschmiert. Dafür muss er die sogenannten Schmiernippel der Maschine suchen. Sie befinden sich überall dort, wo sich etwas dreht. Der an der Katusche angebrachte Schlauch passt mit seinem Clip, wie beim Fahrradschlauchaufpumpen, direkt auf den Schmiernippel. Nach ein bis zweimaligem Pumpen quillt das Fett unten am Gelenk raus. „Dies ist für mich das Zeichen, dass das Gelenk genügend Fett zur Verfügung hat und ich das nächste Gelenk schmieren kann“ sagt Meinart.

 

 

Luftdruck überprüfen:

Um den Luftdruck kontrollieren zu können, steckt Meinart einen Luftdruckmesser an den langen blauen Luftschlauch und pumpt bei Bedarf die kleinen Räder an den Kreiseln auf.

Abschluss der Wartung:

Zu guter Letzt startet Meinart den Schwader und lässt die Kreisel über dem Boden rotieren. Da alles hält und kein Geräusch zu hören ist kann er den Schwader hochklappen und ihn an seinem angestammten Platz parken.

Nachdem der Auszubildende den gewarteten Schwader abgebaut hat, holt er den Nächsten der insgesamt 4 Schwader und wartet auch diesen.

 

Kontakt

Lisa Arndt
Aus- und Fortbildung, Landjugend, Öffentlichkeitsarbeit Berufsbildung

Geschäftsbereich Landwirtschaft
Oldenburg

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