Staudengärtner*in - ein Beruf für mich?

Staudengärtner haben einen Blick für Pflanzen und lieben die Vielfalt. Grau ist überhaupt nicht ihre Farbe. Wenn das bei dir auch so ist, dann bist du in einem Staudenbetrieb absolut richtig.

Durch Stauden wird ein Garten erst zu einem Paradies. Und das nicht nur für einen Sommer. Stauden kommen jedes Jahr wieder und entfalten an ihrem Lieblingsstandort ein echtes Blütenfeuerwerk.


 

Was machen Staudengärtnerinnen und -gärtner eigentlich so?

Staudengärtner*innen arbeiten in Spezialbetrieben, in denen oft mehr als tausend Arten und Sorten kultiviert werden. Wenn es in unseren Gärten wiederkehrend blüht und brummt und summt, hatten vorher meist Staudengärtner ihre Hände im Spiel.

Manche sagen: Staudengärtner sind die Gärtner unter den Gärtnern. Sie verfügen über umfangreiche Pflanzenkenntnisse. Ihre Hauptsaison ist der Frühling und der Herbst.  

 

Stauden produzieren

  • Du arbeitest mit einer großen Vielzahl mehrjähriger, winterharter Pflanzen, die nicht verholzen.
  • Du kennst dich sehr gut mit Pflanzen und ihren unterschiedlichen Ansprüchen an ihren Lebensraum aus.
  • Du legst Staudenquartiere an.
  • Du wählst Mutterpflanzen aus, kultivierst und pflegst sie.
  • Du erntest Saatgut, bereitest es auf, beurteilst und lagerst es.
  • Du vermehrst Stauden (durch Aussaat, Stecklinge oder durch Teilung und Wurzelschnittlinge).
  • Du kultivierst die Pflanzen und führst bedarfsgerechte und umweltschonende Kultur- und Pflegearbeiten durch. 

 

Aufbereiten, Verkaufen und Vermarkten, Beraten

  • Du wählst Pflanzen für den Verkauf aus, kennzeichnest sie und verpackst sie für den Versand. 
  • Du kommissionierst die Ware (stellst Stauden für einzelne Kunden zusammen) und machst Bestellungen fertig.
  • Du pflegst den online-shop oder verkaufst Stauden an Wiederverkäufer.
  • Du präsentierst Stauden im Direktverkauf oder in Gartencentern und berätst dort Kunden. 
  • Du bist in Garten- und Landschaftsbaubetrieben für den Pflanzenpart zuständig.

 


 

Was brauchst du, um hier genau richtig zu sein?

Staudengärtner*innen sind meistens Gärtner aus Leidenschaft. Sie arbeiten mit Kopf, Herz und Hand.

  • Freude am Umgang mit Pflanzen
  • du liebst die Vielfalt
  • Interesse an Natur und am "Wachsenlassen"
  • du kannst gut den Überblick behalten
  • handwerkliches Geschick
  • auch technisches Verständnis
  • körperlich fit und kein Problem damit, körperlich zu arbeiten
  • gerne draußen arbeiten
  • Freude am Beraten und Verkaufen  
  • gerne im Team arbeiten

 


 

Wie läuft deine Ausbildung ab?

Deine Ausbildung in der Staudengärtnerei dauert in der Regel 3 Jahre. Wer Abi oder etwas Vergleichbares hat, kann bereits bei Ausbildungsbeginn einen Vertrag über eine 2jährige Ausbildung abschließen. 

Grundsätzlich gilt: Die Ausbildung findet im Betrieb und in der Berufsschule statt. Das bedeutet, dass Theorie und Praxis eng miteinander verbunden sind. In der Berufsschule wird dir an einem bzw. zwei Tagen in der Woche Grundlagenwissen vermittelt. Zusätzlich gibt es Deula-Kurse.

Die praktische Ausbildung erfolgt ganz klassisch im Betrieb. Während deiner Ausbildung gibt es auch Zeiten in der Überbetrieblichen Ausbildung. Dort wird Spezialwissen vermittelt. Dabei geht es um Technik, etwas von Pumpen und Bewässerungssystemen.

Nach etwa der Hälfte der Ausbildungszeit gibt es eine Zwischenprüfung, in der du den aktuellen Ausbildungsstand einschätzen kannst. Die Ausbildung endet nach 3 Jahren mit der theoretischen und praktischen Abschlussprüfung.  

 


Wie sind deine Arbeitszeiten?

Nach den Rahmentarifverträgen beträgt deine regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit 39 Stunden. Nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz dürfen jugendliche Auszubildende nicht mehr als 8 Stunden täglich, 40 Stunden wöchentlich und 5 Tage pro Woche beschäftigt werden.

Die Arbeitszeiten orientieren sich an den Abläufen im Betrieb. Natürlich muss sichergestellt sein, dass die Pflanzen gut versorgt sind. In der Staudengärtnerei kommen deutliche Saisonschwankungen dazu. Die Hauptarbeitszeit liegt im Frühjahr und im Herbst. In dieser Zeit wird viel gearbeitet. Wochenendarbeit kommt deshalb auch vor. Dafür hast du dann aber auch wieder zwischendrin frei.

 


Was verdienst Du?

In der Staudengärtnerei gibt es tarifliche Reglungen. Die Ausbildungsvergütung steigt in jedem Ausbildungsjahr automatisch an.

Bei dreijähriger Ausbildungsdauer brutto:

Im 1. Ausbildungsjahr 630,00 €

Im 2. Ausbildungsjahr 700,00 €

Im 3. Ausbildungsjahr 800,00 €


Bei zweijähriger Ausbildungsdauer brutto:

Im 1. Ausbildungsjahr 700,00 €

Im 2. Ausbildungsjahr 800,00 €

 


 

Wo arbeiten Staudengärtner*innen  nach der Ausbildung?

Es gibt Staudenbetriebe, die ausschließlich für gärtnerische Abnehmer produzieren - wie etwa für Landschaftsgärtner, Baumschulen, Einzelhandelsgärtnereien oder Gartencenter. Andere - meist kleinere Betriebe - vermarkten direkt an Verbraucher.

Zum Beispiel arbeitest du

  • in Staudenbetrieben
  • in Gartencentern
  • in Garten- und Landschaftsbaubetrieben
  • in Botanischen Gärten
  • in Freizeitparks und Zoos

 


Deine Chancen nach der Ausbildung

Wer nach der Ausbildung Lust auf MEHR hat, kann nach 2jähriger Berufspraxis zur Meisterschule gehen. Auch ein Studium ist ein weiterer Qualifizierungsweg.

  • Gärtnermeister*in
  • staatlich geprüfte*r Wirtschafter*in Agrar
  • Staatlich geprüfte*r Agrarbetriebswirt*in
  • Staatlich geprüfte(r) Natur- und Landschaftspfleger(in)
  • Bachelor of Science (B.Sc.) – Master of Science (MSc.)

 


 

Wo finde ich einen Ausbildungsplatz in einer Staudengärtnerei in meiner Nähe?

Hier findest du einen Ausbildungsbetrieb in deiner Nähe.

Gärtner und Gärtnerinnen sind auch auf Facebook und auf Instagram.

 

Hier findest du noch mehr Informationen über den Beruf der Staudengärtner.

Wenn du mehr über die Ausbildung wissen willst, ruf einfach an, wir beraten dich gerne!

 


 

Wusstest du, ...

  • ... dass Staudengärtner vermehren manche ihrer Pflanzen durch exakt zugeschnittene Schnittlinge. So muss bei jedem Wurzelschnittling  ein austriebsfähiges Auge vorhanden sein. 
  • ... dass mehrjährige Pflanzen, die den Winter in gemäßigten Breiten überstehen, als Stauden bezeichnet werden? Sie treiben im Frühjahr aus dem Wurzelstock ihren Spross, blühen und ziehen sich nach Absterben des Sprosses wieder in die Wurzel zurück. Je nach Pflanzenart sind Stauden winterhart oder bedürfen eines leichten Schutzes. Je nach Anspruch wünschen sie Sonne oder Halbschatten, leichte, mittlere oder schwere Böden.
  • ... dass Stauden auf der ganzen Welt verbreitet sind?
  • ... dass Stauden nach ihrer Pflanzung nur noch wenig Pflegebedarf haben? Das macht sie zu beliebten Gartenpflanzen.
  • ... dass Stauden zum Teil sehr unterschiedliche Ansprüche an den Boden haben? 
  • ... dass der Federmohn (Macleaya cordata) eine Wuchshöhen von mehr als 2 Metern erreichen kann und sogenannte Ausläufer bildet und damit im Garten auch sehr in die Breite geht?
  • ... dass bei Taglilien (Hemerocallis) die einzelne Blüte nur einen einzigen Tag hält, sich aber die Blütezeit der Pflanzen über mehrere Wochen erstreckt und es ca. 40.000 Sorten Taglilien gibt?

 


 

Mehr informationen: 

Agentur für Arbeit: berufenet

Zentralverband Gartenbau: beruf-gaertner 

 

Filme:

Agentur für Arbeit berufenet

 

 

Kontakt

Carina-Anna Bertels
Nachwuchswerbung Beruf Gärtner/Gärtnerin

Geschäftsbereich Gartenbau
Bad Zwischenahn-Rostrup

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Telefax: 04403 9796-61
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