Baumschulgärtner*in - ein Beruf für mich?

Baumschulgärtner*innen sind Freiluft-Fans. Büroluft schnuppern sie meist nur, wenn es darum geht, für Kunden Angebote zu erstellen. Fest steht: Ohne Baumschulgärtner sähe die Welt trist aus. In Parks gäb es keine Bäume, an Straßen keine Alleen, in unseren Gärten keine Sträucher und Gehölze. Baumschulgärtner produzieren die nachhaltigsten und langlebigsten Pflanzen im Gartenbau. Die Gehölz-Profis stehen für alles, was "aus gutem Holz" ist.

 

Was machen Baumschulgärtner*innen eigentlich so? 

Baumschulgärtner*innen arbeiten in der Regel in Spezialbetrieben oder Gartencentern. Es gibt Sortimentsbaumschulen für Obstgehölze, Straßenbäume, Solitärbäume, Nadelgehölze, Forstgehölze, Moorbeetpflanzen, Ziergehölze, Heckenpflanzen, Rosenspezialbetriebe, Jungpflanzen- und Anzuchtbetriebe sowie reine Handelsbaumschulen, die Gehölze meist international vermarkten.

Der Beruf ist ausgesprochen vielseitig. Von der Pflanzplanung bis zum Versand, von der Aussaat bis zur Kundenberatung. Baumschulgärtner*innen haben mit Pflanzen, Kulturführung, Maschineneinsatz, Weitblick, Wetter und Menschen zu tun.  

Und weil Bäume für uns alle eine große ökologische Bedeutung haben, ist die Arbeit von Baumschulgärtner*innen auch ein Beitrag zum Klimaschutz. Denn Bäume sorgen für Sauerstoff und die Reinigung der Luft von Staub und Abgasen.

 

Gehölze produzieren

  • Du kultivierst Gehölze mit unterschiedlichen Anbausystemen. Das beginnt bei der Saat oder Jungpflanze bis zur verkaufsfertigen Ware.
  • Du schneidest und verpflanzt die Gehölze regelmäßig. Das sogenannte "Aufschulen" und "Verschulen" dient der Erzeugung qualitativ hochwertiger Gehölze und der Schnitt der gezielten Regulation des Wachstums.
  • Du kümmerst dich um die optimale Versorgung mit Dünger und den Schutz vor Pflanzenschädlingen.
  • Du setzt Bewässerungs- und Beregnungsanlagen ein. 
  • Du arbeitest viel von Hand, aber auch die Erleichterung der Arbeit durch Maschinen und Geräte ist in der Baumschule selbstverständlich (z. B. Bodenfräsen, Ballengrabemaschinen oder Rodegeräte).
  • Du vermehrst Gehölze z. B. durch Aussaat, Steckholz, Steckling, Veredelung etc..
  • Du erhältst und pflegst Mutterpflanzenbestände.
  • Du bereitest den Boden vor, beurteilst, lagerst und verwendest Substrate für Containerkulturen.
  • Du legst Baumschulquartiere an und planst den Flächen- und Materialbedarf.

"Ernten" und Vermarkten

  • Du rodest und ballierst verkaufsfertige Gehölze. Das bedeutet, dass du Pflanzen, wenn sie die geeignete Größe haben, aus dem Quartier entnimmst und den Wurzelballen schützt. So bereitest du Bäume für den Versand vor.
  • Du sortierst und bündelst die Verkaufsware.
  • Du kennzeichnest die Pflanzen, um sie direkt versandfertig zu machen. Wird die Ware nicht direkt vermarktet, kommen die Gehölze in den sogenannten "Einschlag". Oder ins Kühlhaus bei gleichbleibender Feuchte und Temperatur.
  • Du verkaufst Gehölze und berätst Kunden. Zum Beispiel in Gartencentern und direktvermarktenden Baumschulen. Dabei geht es um die Auswahl für einen bestimmten Standort, um Schnittmaßnahmen und die Pflege.


     

 

Was brauche ich, um hier genau richtig zu sein?

  • du arbeitest gerne draußen
  • bist körperlich fit und bereit körperlich zu arbeiten
  • hast Lust auf Abwechslung 
  • Freude am Umgang mit Pflanzen
  • Interesse an Natur und Wachstum
  • handwerkliches Geschick
  • auch technisches Verständnis
  • Freude am Beraten und Verkaufen

 

 


 

Wie läuft deine Ausbildung ab?

Deine Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre. Wer Abi oder etwas Vergleichbares hat, kann bereits bei Ausbildungsbeginn einen Vertrag über eine 2jährige Ausbildung abschließen. Nach etwa der Hälfte der Ausbildungszeit gibt es eine Zwischenprüfung, in der du den aktuellen Ausbildungsstand einschätzen kannst.

Grundsätzlich gilt: Die Ausbildung findet im Betrieb und jeweils an 1 oder 2 Tagen in der Woche in der Berufsschule statt. Das bedeutet, dass Theorie und Praxis eng miteinander verbunden sind. In der Berufsschule wird dir Grundlagenwissen vermittelt. Die praktische Ausbildung erfolgt ganz klassisch im Betrieb. Weiteres Wissen wird dir in der Überbetrieblichen Ausbildung vermittelt. In einem Intensivlehrgang zur Kundenberatung geht es auch um Warenpräsentation, Verkaufsgespräche und Reklamationsbearbeitung.

Außerdem besuchst du noch Deula-Kurse. Hier geht es um den Einsatz von Technik in der Baumschule: z. B. Geräteanbau am Schlepper und Bodenbearbeitung mit unterschiedlichen Kleingeräten. Du machst außerdem Lade- und Transportübungen mit Frontlader und Gabelstapler und lernst, welche Maßnahmen der Arbeitssicherheit zu beachten sind.

 


Wie sind deine Arbeitszeiten?

Nach den Rahmentarifverträgen beträgt deine regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit 39 Stunden. Nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz dürfen jugendliche Auszubildende nicht mehr als 8 Stunden täglich, 40 Stunden wöchentlich und 5 Tage pro Woche beschäftigt werden. Die Arbeitszeiten orientieren sich an den Abläufen im Betrieb. Natürlich muss sichergestellt sein, dass die Pflanzen gut versorgt sind. Wochenendarbeit kommt deshalb auch vor. Dafür hast du dann aber auch wieder zwischendrin frei. 

 


 

Was verdienst Du?

In der Fachrichtung Baumschule gibt es zwei unterschiedliche tarifliche Reglungen. Die Ausbildungsvergütung steigt bei beiden in jedem Ausbildungsjahr automatisch an. Das verdienst du:

Bei dreijähriger Ausbildungsdauer brutto

Im 1. Ausbildungsjahr 630,00 €* bzw. 632,00 €**

Im 2. Ausbildungsjahr 700,00 €* bzw. 693,00 €**

Im 3. Ausbildungsjahr 800,00 €* bzw. 780,00 €**


Bei zweijähriger Ausbildungsdauer brutto:

Im 1. Ausbildungsjahr 700,00 €* bzw. 693,00 €**

Im 2. Ausbildungsjahr 800,00 €* bzw. 780,00 €**

* Landesverband Hannover, ** Landesverband Weser-Ems

 

 


 

Wo finde ich einen Ausbildungsplatz bei einer Baumschule in meiner Nähe?

Hier findest du einen Ausbildungsbetrieb in deiner Nähe.

 


 

Deine Chancen nach der Ausbildung

Wer nach der Ausbildung Lust auf MEHR hat, dem stehen unterschiedliche Wege offen: 

  • Fachagrarwirt*in Baumpflege
  • Gärtnermeister*in
  • staatlich geprüfte(r) Wirtschafter*in Agrar
  • Staatlich geprüfte(r) Agrarbetriebswirt*in
  • Staatlich geprüfte(r) Natur- und Landschaftspfleger*in
  • Fachagrarwirt*in Golfplatzpflege (Greenkeeper)
  • Bachelor of Science (B.Sc.) – Master of Science (MSc.)

 

 


 

Wo arbeiten Baumschulgärtner*innen nach der Ausbildung?

Zum Beispiel

  • in Baumschulen
  • in Gartenlandschaftsbaubetrieben
  • in Friedhofsgärtnereien
  • in gärtnerischen Produktionsbetrieben
  • in Gartenbaumschulen und Gartencentern
  • bei Kommunen, in Stadtgärtnereien und Friedhofsverwaltungen
  • in botanischen Gärten

 


 

Wusstest du, dass

  • ... Heidepflanzen ca. 2 Jahre und große Alleebäume fast 20 Jahre kultiviert werden bis sie in den Versand gehen?
  • ... Drillmaschinen nichts mit militärischer Strenge zu tun haben? Drillmaschinen braucht man zur Aussaat von Saatgut im Freiland.
  • ... es Verschulmaschinen gibt? Sie erleichtern die Pflanzarbeiten in einer Baumschule. Denn Baumschulgehölze werden während der Kulturzeit mehrmals umgepflanzt. Der Fachmann nennt das "verschulen".  
  • ... bei Containergehölzen die richtige Bewässerung stark über die spätere Qualität bestimmt?
  • ... dass Veredelung eine vegetative Vermehrungsmethode ist, bei der ein Pflanzenspross auf eine Pflanzenunterlage gesetzt wird und so eine Art Transplantation erfolgt?
  • ... auf über 20.000 Hektar in Deutschland Baumschulware produziert wird?
  • ... die von Baumschulgärtnern produzierten Bäume 30 m hochw erden können und über 100 Jahre alt werden können? Das ist Nachhaltigkeit!

 


 

Mehr informationen: 

Agentur für Arbeit: berufenet

Bund deutscher Baumschulen e. V. : zukunftgruen

Zentralverband Gartenbau: beruf-gaertner

planet-beruf

www.bildungsserveragrar.de

 

Filme:

Agentur für Arbeit berufenet

planet-beruf

www.berufe.tv

 

Wenn du mehr über die Ausbildung wissen willst, ruf einfach an, die Ausbildungsberaterinnen und Ausbildungsberater helfen dir unkompliziert weiter.

 

Gärtner und Gärtnerinnen sind auch auf Facebook und Instagram.

© Text: M. Wunder

 

Kontakt

Carina-Anna Bertels
Beraterin Nachwuchswerbung Beruf Gärtner/Gärtnerin

Geschäftsbereich Gartenbau
Bad Zwischenahn-Rostrup

Telefon: 04403 9796-46
Telefax: 04403 9796-61
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