Gritt D.: Meine berufliche Laufbahn in der Hauswirtschaft

Ich bin in Riepe, Gemeinde Ihlow, auf einem landwirtschaftlichen Betrieb groß geworden. Schon im Kindesalter habe ich meiner Mutter im Haushalt, unter anderem bei der Versorgung der Erntehelfer geholfen.

Berufsorientierung:
Mit 14 habe ich mein Schulpraktikum auf einem landwirtschaftlichen Betrieb mit Cafe und Hofladen in der Hauswirtschaft absolviert. Dieses Praktikum habe ich nicht in guter Erinnerung, da ich viel in der Reinigung und in der Waschküche eingesetzt wurde. Deshalb entschloss ich mich nach meinem Realschulabschluss, gegen die Ausbildung in der Hauswirtschaft und für eine schulische Ausbildung zur Sozialassistentin. Im Kindergarten habe ich mit den Kindern hauswirtschaftliche Tätigkeiten ausgeführt, u.a. Gemüsebeete angelegt, Dekoration hergestellt, gekocht/gebacken etc. Somit habe ich den Beruf Hauswirtschafterin doch noch für mich entdeckt und die Berufsfachschule Hauswirtschaft und Pflege besucht.

Meine Aus- und Fortbildung:
In meinem 2. Ausbildungsjahr war ich auf einem landwirtschaftlichen Betrieb. Meine damalige Chefin hat mir geraten, mein 3. Ausbildungsjahr in der Großküche zu machen, um neue Erfahrungen zu sammeln. Das habe ich dann im Europahaus Aurich getan.
Meine Ausbildung habe ich sehr erfolgreich abgeschlossen. Anschließend habe ich zwei Jahre die Albrecht-Thaer-Schule in Celle besucht und mich zur hauswirtschaftlichen Betriebsleiterin fortgebildet. Ohne den Zuspruch meiner Ausbilderin und meiner Familie hätte ich dies nicht gemacht.
Die zweijährige Fachschule war anstrengend, aber sehr vielfältig und abwechslungsreich. In Celle habe ich von jedem Bereich etwas gelernt und vieles austesten – sei es in der Direktvermarktung, im Tourismus oder als Hauswirtschaftliche Betriebsleiterin  in einer Großküche.

Mein weiterer beruflicher Werdegang:
Nach der Schule habe ich ein halbes Jahr in einem Hofladen in Bremen gearbeitet.
Seit April 2015 arbeite ich bei der GPS in einer Werkstatt für behinderte Menschen als Gruppenleitung in der Hauswirtschaft. Durch Zufall habe ich die Stellenausschreibung gelesen und mich sofort beworben. Vier Monate habe ich im Arbeitsbereich gearbeitet, seit September bin ich im Berufsbildungs-Bereich tätig.
Es ist eine neue Erfahrung mit Menschen zu arbeiten die ein Handicap haben. Es macht aber total viel Spaß. Die Teilnehmer freuen sich über ganz viele kleine Dinge, die für uns selbstverständlich sind, z.B. Falten eines Geschirrhandtuches. Sie geben ganz viel zurück, jeder Tag ist anders und sehr abwechslungsreich. Dies ist auch eine große Herausforderung. Man muss sich jeden Tag neu einstellen und sehr einfühlsam handeln.

Meine Zukunftspläne:
Ich musste viel Aufklärungsarbeit leisten, um in meinem Umfeld zu erklären, dass Hauswirtschaft nicht nur putzen und kochen ist. Ich habe aber keinen Schritt bereut. Meine Arbeit macht mir unheimlich viel Spaß, da man sehr kreativ arbeiten kann und viel Abwechslung hat.
Motiviert hat mich unter anderem, dass ich in ganz vielen verschiedenen Bereichen arbeiten kann. Mein großer Traum ist es, mich mit einem Hofladen und –café auf dem Betrieb meines Vaters selbstständig  zu machen.

Zukunft als hauswirtschaftliche Fachkraft:
Junge angehende Hauswirtschafterinen, sollten sich genügend Zeit lassen um eine passende Stelle zu finden. Die Hauswirtschaft ist sehr vielfältig und man hat viele verschiedene Möglichkeiten.
Junge Hauswirtschaftliche Betriebsleiter/innen (HBL) sollten darauf achten, dass sie ihr gelerntes Fachwissen anwenden können, um Erfahrungen zu sammeln. Ich kann nur raten, sich einen Betrieb zu suchen, wo man sich als stellvertretende HBL ausprobieren kann

Kontakt

Juliane Pegel
Sachgebiet Aus- und Fortbildung Hauswirtschaft

Geschäftsbereich Landwirtschaft
Oldenburg

Telefon: 0441 801-218
Telefax: 0441 801-204
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