Gärtner*in im Gemüsebau - ein Beruf für mich?

 

Drinnen und Draußen sein, Hand-in-Hand arbeiten, vielleicht Bioprodukte produzieren - wenn das deine Welt ist, bist du hier genau richtig. Gemüsebauer*innen sind Profis für Frische und Qualität. Ihre Produkte braucht buchstäblich jeder.

Denn ob gesunde Ernährung oder Pizza: Ein Leben ohne Tomaten, Paprika oder Zwiebeln kann sich keiner vorstellen. Als Gemüsebauer*in sorgst du dafür, dass es frische, regionale Produkte in einer unglaublichen Vielfalt gibt.  

 


 

Was machen Gärtner und Gärtnerinnen im Gemüsebau eigentlich so?

Gemüsebauer*innen arbeiten oft in Betrieben mit einer großen Vielfalt. Ob konventionell oder Bio, im Freiland oder im geschützten Anbau im Gewächshaus oder Folienhaus - im Gemüsebau geht es um die Produktion von frischer Ware. Es wird Wurzel-­, Zwiebel-­ oder Knollengemüse (Rote Beete bis Sellerie), Spargel, Blatt-­ und Fruchtgemüse (Salat, Kohl, Spinat, Tomaten, Gurken, Paprika  usw.) und Kräutern aller Art angebaut. Große Betriebe sind oft stark auf wenige Kulturen spezialisiert.  

Der Beruf ist ausgesprochen vielseitig. Von der Pflanzplanung bis zum Versand, von der Aussaat bis zur Kundenberatung. Gemüsegärtner*innen haben mit Pflanzen, Kulturführung, Maschineneinsatz, Weitblick, Wetter und Menschen zu tun. 

 

Gesunde Vielfalt produzieren

  • Du kultivierst Gemüse von der Anzucht bis zur Ernte - hier dreht sich alles um fachgerechten Anbau.
  • Du misst Anbauflächen aus und bereitest sie zur Aussaat oder für die Jungpflanzen vor.
  • Du versorgst die Pflanzen bedarfsgerecht mit Nährstoffen und schützt sie vor Schaderregern, konkurrierenden Pflanzen und Krankheiten. 
  • Wenn Gemüse im Gewächshaus produziert wird, steuerst du das Wachstum über die Bewässerung, Düngung, Belichtung und Temperatureinstellungen. 
  • Du planst für jede Saison die Kulturfolgen, um die Flächen möglichst gut auszunutzen. Die Reihenfolge der Gemüsarten ist entscheidend. Das Wissen darüber, welche Arten gleichzeitig  und wie viele "Sätze" nacheinander angebaut werden, sichert die kontinuierliche Vermarktung. 
  • Du sorgst dafür, dass Kunden und Märkte fortlaufend frische Ware erhalten. 

 

Ernten und Vermarkten

  • Du erntest das Gemüse und bereitest es für den Verkauf auf (waschen, schneiden, bündeln und sortieren).
  • Du kennzeichnest und verpackst die Ware.
  • Du lieferst das Gemüse aus oder lagerst es bis zum Verkauf sachgerecht.
  • Du vermarktest die frischen Erzeugnisse über den Großmarkt oder den  Einzelhandel.
  • Direktvermarktende Betriebe haben einen Hofladen oder bedienen die regionalen Wochenmärkte. Wenn du in der Vermarktung arbeitest, hast Du im  Kontakt mit Kunden und auf dem Großmarkt Kontakt mit Händlern.  
  • Du arbeitest meistens im Team.

 

 


 

Was brauchst du, um hier genau richtig zu sein?

  • Du siehst es gerne wachsen.
  • Freude am Umgang mit Pflanzen und Interesse an Natur.
  • Du willst was Sinnvolles tun. Weil Gemüse für unsere Ernährung so wichtig ist, passt das auf jeden Fall für dich. 
  • Zupackenkönnen und etwas Kondition ist bei dir kein Problem.
  • Zuverlässigkeit und Sorgfalt brauchst du, wenn es z. B. darum geht, die Qualität von Saatgut, Jungpflanzen und Substraten zu beurteilen oder die Anbaubedingungen zu steuern und zu überwachen
  • Lust draußen zu arbeiten, besonders wenn du in einem Freilandbetrieb arbeiten willst. Du kümmerst dich auch um die Kulturen, wenn das Wetter mal nicht sonnig ist. 
  • Du magst es, mit deinen Händen zu arbeiten und findest gleichzeitig die Unterstützung durch Maschinen gut.
  • Teamarbeit ist deine Sache.
  • Du liebst die Vielfalt. In großen Spezialbetrieben bist du genau richtig, wenn du Arbeitsroutine magst. 
  • Du hast gerne mit Menschen zu tun z. B. bei der Vermarktung über den Hofladen oder auf regionalen Märkten. 

Du kannst mit jedem Abschluss im Gemüsebau anfangen. Egal ob Hauptschulabschluss, Realschulabschluss / Mittlere Reife, Fachabitur oder Abitur. Rechtlich gesehen, ist ein Schulabschluss keine Bedingung. 

 


 

Wie läuft deine Ausbildung ab?

Deine Ausbildung im Gemüsebau dauert in der Regel 3 Jahre. Wer Abi oder etwas Vergleichbares hat, kann bereits bei Ausbildungsbeginn einen Vertrag über eine 2jährige Ausbildung abschließen. 

Grundsätzlich gilt: Die Ausbildung findet im Betrieb und in der Berufsschule statt. Das bedeutet, dass Theorie und Praxis eng miteinander verbunden sind. In der Berufsschule wird dir an einem bzw. zwei Tagen in der Woche Grundlagenwissen vermittelt. Zusätzlich gibt es Wissensvermittlung in der Deula. Dort geht es um Technik: Z. B. um Motoren in gärtnerischen Kleingeräten und um Heizungsanlagen. Du lernst außerdem eine Menge über Schleppern und Anbaugeräten wie Grubber, Fräse oder Pflug.  

Die praktische Ausbildung erfolgt ganz klassisch im Betrieb. Während deiner Ausbildungszeit gibt es spezielle Wochen, in denen du gemeinsam mit deinen Mitschülern zur sogenannten Überbetrieblichen Ausbildung fährst: Hier geht es dann um Besonderheiten der vegetativen und generativen Vermehrung, um alternativen Gemüsebau, Pflanzenbestimmung, Klimasteuerung, Saatgut und Züchtung, Aussaattechniken, Maschinentopfen und Fragen der Qualität und Sortierung usw..

Nach etwa der Hälfte der Ausbildungszeit gibt es eine Zwischenprüfung, in der du den aktuellen Ausbildungsstand einschätzen kannst. Die Ausbildung endet nach 3 Jahren mit der theoretischen und praktischen Abschlussprüfung.  

 


 

Wie sind deine Arbeitszeiten?

Nach den Rahmentarifverträgen beträgt deine regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit 39 Stunden. Nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz dürfen jugendliche Auszubildende nicht mehr als 8 Stunden täglich, 40 Stunden wöchentlich und 5 Tage pro Woche beschäftigt werden. Die Arbeitszeiten orientieren sich an den Abläufen im Betrieb. Natürlich muss sichergestellt sein, dass die Pflanzen gut versorgt sind. Wochenendarbeit kommt deshalb auch vor. Dafür hast du dann aber auch wieder zwischendrin frei. 

 


 

Was verdienst Du?

Im Gemüsebau gibt es tarifliche Reglungen. Die Ausbildungsvergütung steigt in jedem Ausbildungsjahr automatisch an.
Das verdienst du:

Bei dreijähriger Ausbildungsdauer brutto:

Im 1. Ausbildungsjahr 630,00 €

Im 2. Ausbildungsjahr 700,00 €

Im 3. Ausbildungsjahr 800,00 €


Bei zweijähriger Ausbildungsdauer brutto:

Im 1. Ausbildungsjahr 700,00 €

Im 2. Ausbildungsjahr 800,00 €

 


 

Wo finde ich einen Ausbildungsplatz im Gemüsebau in meiner Nähe?

Auf unserer Ausbildungslandkarte findest du  deinen Ausbildungsbetrieb für Gemüsebau.

 


 

Deine Chancen nach der Ausbildung

Wer nach der Ausbildung Lust auf MEHR hat, kann nach 2jähriger Berufspraxis zur Meisterschule gehen. Auch ein Studium ist ein weiterer Qualifizierungsweg.

 


 

Wo arbeiten Gemüsebauer*innen nach der Ausbildung?

Zum Beispiel 

  • in direktvermarktenden Gemüsebau-Betrieben
  • in größeren spezialisierten Betrieben

 


 

Wusstest du, ...

... dass es ein Patentamt für Pflanzensorten gibt? Im Bundesssortenamt werden die Sorten, die oft über Jahre gezüchtet wurden, zum Patent angemeldet. So ist die Verwendung des Saatgutes nur mit Lizenz möglich.  

... dass Schossen nichts mit Schießen zu tun hat? Schossen nennen die Gärtner das vorzeitige Blütenschieben von Gemüse, das eigentlich gar nicht blühend auf den Markt kommt.

... dass im Tomatenanbau unter Glas Hummeln eingesetzt werden, die die Blüten bestäuben?

... dass Nachhaltigkeit nicht nur in Bio-Betrieben ein Thema ist? In vielen Betrieben werden Nützlinge, wie z. B. Marienkäfer, gegen Blattlausbefall eingesetzt.  

... dass in manchen spezialisierten Betrieben hunderte von Hektar mit einer Kultur bewirtschaftet werden (z. B. Salate), um den Lebensmittelhandel zu beliefern?

... dass Tomaten das beliebteste Gemüse der deutschen Verbraucher*innen ist und mehr als ein Viertel des gesamten Gemüseverbrauches ausmacht?

... dass in Deutschland auf knapp 400 Hektar Tomaten angebaut werden und etwa 100.000 Tonnen Tomaten geerntet werden? Etwa ein Sechstel dieser Fläche wird ökologisch bewirtschaftet. 

.... dass Tomatenpflanzen im großen Stil im Erwerbsgartenbau meistens in Containern oder Säcken kultiviert werden, die mit natürlichen oder künstlichen Substraten gefüllt sind? Zu 90 Prozent wird Steinwolle verwendet. 

... dass Tomaten im Gewächshaus sieben bis zwölf Wochen nach der Pflanzung geerntet werden und die Ernte in der Regel zweimal pro Woche erfolgt?

 


 

Hier findest du noch mehr Informationen zum Beruf des Gemüsegärtners.

Berufenet

beruf-gaertner

Bundesinformationszentrum Landwirtschaft

Filme:

Planet-Beruf

Berufe-TV

 

Wenn du mehr über die Ausbildung wissen willst, ruf einfach an, wir beraten dich gerne! 

Gärtner und Gärtnerinnen sind auch auf Facebookund Instragram.

 

 

Kontakt

Carina-Anna Bertels
Beraterin Nachwuchswerbung Beruf Gärtner/Gärtnerin

Geschäftsbereich Gartenbau
Bad Zwischenahn-Rostrup

Telefon: 04403 9796-46
Telefax: 04403 9796-61
Mobil: 0152 5478 5414
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