Häufige Fragen

Wie läuft die Ausbildung als Pferdewirt/in ab?

Die Ausbildung findet im dualen System auf anerkannten Ausbildungsbetrieben und in der Berufsschule statt. Es wird ein Ausbildungsvertrag zwischen Auszubildendem und Ausbildungsbetrieb geschlossen, der bei der zuständigen Stelle, der Landwirt­schafts­kammer Niedersachsen, eingetragen werden muss. Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Es besteht die Möglichkeit als erstes Ausbil­dungsjahr den erfolgreichen Besuch einer Berufsfachschule aner­kennen zu lassen. Dazu muss ein gemeinsamer Antrag von Ausbilder und Aus­zubildenden gestellt werden. Während der Ausbildung legt der Auszubildende eine Zwischen­prüfung ab, die Ausbildung endet mit dem Bestehen der Abschluss­prüfung.

Kann ich die Ausbildung verkürzen?

Ja, bei erfolgreich abgeschlossener Berufsausbildung in einem anderen, anerkannten Ausbildungsberuf oder bei Vorliegen der Allgemeinen Hochschulreife oder des Fach­abiturs ist eine Verkürzung der Ausbildungszeit um ein Jahr auf insgesamt zwei Jahre möglich.

Welche Voraussetzungen sollte ich mitbringen?

  • Spaß an der praktischen Arbeit, Vorerfahrung beim Umgang mit Pferden
  • Interesse an Natur und Umwelt
  • Selbstständigkeit, Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein
  • Teamfähigkeit
  • Freude an der Arbeit mit Pferden
  • Körperliche Fitness und Ausdauer
  • Bereitschaft zu saisonbedingten, unregelmäßigen Arbeitszeiten und Überstunden
  • Bereitschaft zur Arbeit an Wochenenden
  • Flexibilität, da die Arbeit nicht immer planbar ist
  • einen soliden Hauptschulabschluss

Weitere Voraussetzungen

  • Schwerpunkt Reiten: Reiten und Springen auf L-Niveau

Wo, wann, wie häufig ist Berufsschulunterricht?

Der Besuch der Berufsschule findet entweder ein- oder zweimal wöchentlich statt.
Im zweiten und dritten Ausbildungsjahr findet einmal in der Woche acht Stunden Unterricht statt. Im ersten Ausbildungsjahr, bei betrieblicher Ausbildung, findet der Berufsschul­unterricht an zwei Tagen in der Woche statt. Die Berufsschulstandorte sind Vechta, Hannover und Lüneburg.

Ist der Besuch einer Berufsfachschule vor Beginn der betrieblichen Ausbildung notwendig?

Nein, die Ausbildung kann auch im ersten Ausbildungsjahr in einem anerkannten Aus­bildungsbetrieb beginnen. Wird die Berufsfachschule besucht, kann sie bei erfolgrei­chem Bestehen als erstes Ausbildungsjahr nach Absprache mit dem Ausbilder angerechnet werden.

Welche Fördermöglichkeiten für die Ausbildung gibt es?

Die einzelnen Fördermöglichkeiten sind sehr unterschiedlich und abhängig von der Person des Auszubildenden und dem Ausbildungsbetrieb. Einige Ausbildungs­betriebe ermöglichen die Teilnahme an speziellen Weiterbildungsmöglichkeiten oder arbeiten in Ausbildungsverbünden zusammen.

Nähere Informationen zu finanziellen Fördermöglichkeiten, z. B. Berufsausbildungs-
bei­hilfe, oder zu Fördermöglichkeiten, wenn das erfolgreiche Bestehen der Abschluss­prüfung gefährdet ist, z. B. ausbildungsbegleitende Hilfen, geben die Arbeitsverwal­tungen.

Wohnen auf dem Ausbildungsbetrieb – ja oder nein?

Dies ist eine Besonderheit im Agrarbereich, wo die Unterbringung auf dem Ausbildungs­betrieb z. T. üblich ist. Die Betriebe sind meistens nur schwer mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar und daher kann eine Unterbringung auf dem Ausbildungs­betrieb von Vorteil sein. Die Unterbringung auf dem Ausbildungs­betrieb ist aber nicht vorgeschrieben und somit Verhandlungssache zwischen Auszu­bildendem und Ausbildungsbetrieb.

Wie sehen die Arbeitszeiten aus?

Die Arbeitszeiten sind saisonal unterschiedlich. Überstunden sind in der Hauptarbeitszeit vorprogrammiert, können aber in arbeitsärmeren Zeiten ausgeglichen werden. Es fallen in der Regel auch Wochenenddienste an.

Was verdiene ich in der Ausbildung?

Die Ausbildungsvergütungen sind vergleichbar mit Aus­bildungs­vergütungen, die im Handwerk gezahlt werden. In einigen der „grünen“ Berufe werden Auszubildende im Ausbildungs­betrieb mit verpflegt bzw. haben dort eine Unterkunft. Für die in Anspruch genom­mene Verpflegung und Unterkunft werden vorgegebene Sätze von der Ausbildungs­vergütung abgezogen.
Die aktuellen Merkblätter zur Vergütung, Arbeitszeit und Urlaub in den Agrarberufen sowie in der Hauswirtschaft finden sie im Downloadcenter unter der Rubrik Ausbildungsvertrag.

Wo kann ich hinterher arbeiten? Welche potentiellen Arbeitgeber gibt es?

  • Pferdehaltungsbetriebe
  • Sportställe
  • Zuchtverbände
  • Reitbetriebe
  • Reitschulen u. a.

Welche Fortbildungsmöglichkeiten gibt es?

In allen Berufen gibt es die Möglichkeit, eine Meisterfortbildung zu besuchen und die Meisterprüfung abzulegen. Ein fachbezogenes Studium kann auch angeschlossen werden. Für die Agrarberufe gibt es zusätzlich verschiedene Regelungen für Fortbildungen zu Fachagrarwirten. Verschiedene berufsbezogene Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten ermöglichen es, unterschiedliche Schwerpunkte auszubilden.

Wie finde ich eine Ausbildungsstelle?

Im Internet gibt es eine Ausbildungs­landkarte. Dort kann man den gewünschten Beruf und die Region anklicken, in der man die Aus­bildung machen möchte und bekommt die anerkannten Ausbildungs­betriebe angezeigt. Die Adresse der zuständigen Ausbildungsberater/innen, die bei der Suche nach einem freien Ausbildungsplatz gerne weiterhelfen sind an der Stelle zu finden. Freie Ausbildungsplätze findet man auch durch (regionale) Ausbildungsplatzbörsen und unter Agrarjobboerse. Ebenso ist die Arbeitsverwaltung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz gerne behilflich.

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